Das Wort Modem ist kein willkürliches Akronym. Es ist eine Abkürzung von Modulator-Demodulator. Es beschreibt genau, was die Hardware tut. Es nimmt digitale Daten auf und moduliert sie in ein Signal, das über eine Telefonleitung übertragen werden kann. Der Empfänger demoduliert dieses Signal wieder in digitale Daten. Drahtlose Modems machen das Gleiche, verwenden jedoch Funkwellen anstelle von Kupferkabeln.

Diese Technologie ist nicht aus dem Nichts entstanden. Es entstand in den 1960er Jahren. Das Ziel war einfach. Lassen Sie Terminals über Telefonleitungen eine Verbindung zu Großrechnern herstellen.

Damals besaßen Unternehmen selten eigene Computer. Sie kauften Zeit von Time-Sharing-Rechnern. Sie würden sich mit einem dummen Terminal einwählen. Das war nur eine Tastatur und ein Bildschirm. Keine Rechenleistung. Einfach eingeben und anzeigen. Der DEC VT-100 war der Goldstandard. Es wurden 25 Zeilen mit 80 Zeichen angezeigt. Wenn Sie eine Taste eingegeben haben, sendet das Modem den ASCII-Code an den Zentralcomputer. Der Computer verarbeitete es und schickte das Zeichen zurück, sodass Sie es auf Ihrem Bildschirm sehen konnten.

Es funktionierte mit 300 Bit pro Sekunde (bps).

Das klingt heute unglaublich langsam. Damals war es akzeptabel. Warum? Denn 300 bps sind etwa 30 Zeichen pro Sekunde. Schneller kann der Mensch ohnehin nicht tippen oder lesen. Der Engpass war nicht die Verbindung. Der Flaschenhals waren deine Finger.

Dann kam Ende der 1970er Jahre die Personalcomputer-Ära.

Bulletin Board Systems (BBS) übernahm. Enthusiasten richten Computer mit Modems und BBS-Software ein. Benutzer haben sich über Terminalemulatoren auf ihren PCs eingewählt. Diese Emulatoren ahmten das Verhalten physischer dummer Terminals wie dem VT-100 nach.

Jahrelang waren die Menschen mit 300 bps zufrieden. Das änderte sich, als die Dateiübertragungen begannen.

Der Versuch, ein großes Programm oder Bild mit 300 bps herunterzuladen, war unerträglich. Die Geschwindigkeit musste erhöht werden. Die Modemgeschwindigkeiten stiegen in etwa zweijährigen Abständen:

  • Von den 1960er Jahren bis etwa 1983 dominierten 300 bps
  • 1200 bps gewann 1984 und 1985 an Bedeutung
  • 2400 bps folgten
  • 9600 bps kamen Ende 1990 und Anfang 1991 an
  • 19,2 Kilobit pro Sekunde (Kbps)
  • 28,8 Kbit/s
  • 33,6 Kbit/s
  • 56 Kbit/s wurden 1998 zum Standard
  • ADSL wurde 1999 mit theoretischen Geschwindigkeiten von bis zu 8 Megabit pro Sekunde (Mbps) eingeführt.

„Als man jedoch begann, große Programme und Bilder von und zu Bulletin-Board-Systemen zu übertragen, wurden 300 bps unerträglich.“

Wir sind von blinkenden Cursorn und mechanischen Tastaturen zu Video-Streaming und Cloud Computing übergegangen. Das Modem war die Brücke. Es begann als Textübersetzer. Am Ende wurden die Daten der Welt verschoben.

Wie schnell werden sie als nächstes kommen? Die theoretische Obergrenze steigt immer weiter. Die Hardware wird immer kleiner. Aber der Kerngedanke bleibt bestehen. Wandeln Sie Daten in Signale um. Senden Sie es. Konvertieren Sie es zurück.

Wir warten immer noch auf den nächsten Sprung.