KI denkt nicht. Zumindest möchte Meta, dass wir das glauben.

Ehemalige Mitarbeiter klagen gegen den Technologieriesen und behaupten genau das Gegenteil: Verborgene Algorithmen hätten aus den 8.000 Entlassungen im Mai dieses Jahres rücksichtslos die am stärksten gefährdeten Arbeitnehmer herausgesucht.

Sie behaupten nicht nur schlechtes Management. Die Klage zeichnet das Bild eines Überwachungsstaates, in dem Produktivitätsbewertungen, Token-Nutzungsprotokolle und ein interner KI-Chatbot namens „Metamate“ die Drecksarbeit der Personalabteilungen erledigten. Und laut der Beschwerde verfehlte die KI nicht nur das Ziel der Fairness, sondern bestrafte Menschen systematisch dafür, dass sie als Menschen mit Körpern existierten.

Die Ergebnisse? Diskriminierung von schwangeren Arbeitnehmerinnen, Menschen im Krankenurlaub und Menschen mit Behinderungen.

Die Vorwürfe hinter dem Algorithmus

Im Mittelpunkt dieses Rechtsstreits stehen 26 ehemalige Mitarbeiter. Sie behaupten, Meta habe nicht ordnungsgemäß getestete KI-Systeme eingesetzt, um zu bewerten, wer geblieben ist und wer gegangen ist.

Diese Rankings basierten nicht ausschließlich auf der Ausgabequalität oder der Projektbedeutung. Stattdessen verließen sie sich stark auf Metriken, die den Kontext ignorierten. Fehlende Tage für den Mutterschaftsurlaub? Die KI hat es gegen dich angerechnet. Urlaub wegen einer bekannten Krankheit? Ein weiterer Streik. Verkürzung der Arbeitszeit aufgrund behindertengerechter Vorkehrungen? Niedrige Produktivitätsbewertung.

„Das ist offensichtlich unwahr. Punkt. Personalmanagement und organisatorische Entscheidungen wurden und werden von Menschen getroffen, nicht von A.“

Die Kläger argumentieren, dass diese Tools die in Kalifornien und New York City gesetzlich vorgeschriebenen grundlegenden Voreingenommenheitsprüfungen nicht bestanden hätten. Sie behaupten, das System verstoße gegen bundesstaatliche Antidiskriminierungsgesetze und spezifische lokale Gesetze, die regeln, wie Technologie die Eignung für eine Beschäftigung beurteilen kann.

Metas Leugnung und die „Volksentscheidungen“-Verteidigung

Natürlich wehrt sich Meta hart.

Andy Stone, ein Meta-Sprecher, wandte sich an X (ehemals Twitter), um die Vorwürfe zur Sprache zu bringen. Die Haltung des Unternehmens ist klar: KI hat keine Leute entlassen.

Personalentscheidungen waren und bleiben menschliche Entscheidungen. Das ist die offizielle Erzählung. Aber für die 26 Kläger fühlt sich die Unterscheidung wie ein semantisches Hütchenspiel an, da der Algorithmus die schwere Arbeit übernahm, „Underperformer“ anhand verzerrter Daten zu identifizieren.

Sie argumentieren, dass die Kluft zwischen menschlicher Verantwortung und automatisierter Voreingenommenheit zu groß sei, um sie zu ignorieren.

Warum KI-Rankings den „idealen“ Mitarbeiter bevorzugen

Um zu verstehen, wie dies geschieht, schauen Sie sich an, was die KI gemessen hat. Es verfolgte Dinge wie Produktivitätswerte und KI-Token-Nutzung. Es hat wahrscheinlich Anwesenheitslisten mit Leistungskennzahlen korreliert, ohne vorübergehende Härten zu gewichten.

Die Model Capability Initiative (MCI) ist ein weiterer Teil dieses Puzzles. Dieses interne Tool dient zum Trainieren von KI-Modellen durch die Erfassung von Mitarbeiteraktivitätsdaten. Den Mitarbeitern fiel auf, dass das Tool deutlich mehr Daten sammelte als ursprünglich angegeben.

Dies wirft ernsthafte Datenschutzbedenken auf, insbesondere im Hinblick auf die europäischen Datenschutzgesetze, gegen die Meta bereits in verschiedenen Zusammenhängen wegen Verstößen geprüft wird. Wenn ein interner Tracker Profile über die Gesundheit der Mitarbeiter, Pausengewohnheiten und Leistungsschwankungen erstellt, entsteht ein Risikopool. Und wenn es zu Entlassungen kommt, kennzeichnet das System die Hochrisikovariablen – Krankheit, Familienpflege, Behinderung – als Leistungsdefizite.

Es handelt sich um eine Rückkopplungsschleife, die darauf ausgelegt ist, die Effizienz auf Kosten des Eigenkapitals zu maximieren.

Der Wettlauf gegen die Zeit

Die Klage zielt nicht nur auf Schadensersatz ab. Das unmittelbare Ziel besteht darin, die bevorstehende Kündigung dieser 26 Arbeitnehmer zu stoppen, die derzeit für den 22. Juli geplant ist.

Die Kläger beantragen bei einem kalifornischen Bundesgericht eine einstweilige Verfügung. Sie wollen, dass die Uhr anhält. Anstelle sofortiger Entlassungen wollen sie ihren Fall zunächst einem privaten Schlichtungsverfahren unterziehen. Es ist ein taktischer Schachzug, der vielleicht das Machtungleichgewicht anerkennt, aber auch Zeit und Ressourcen kauft.

Die menschlichen Kosten der automatisierten Personalverwaltung

Meta kündigte diese Entlassungen im Zuge massiver KI-Investitionen an. Die Botschaft war impliziert: Wir brauchen Ihr Gehirn, aber wir wenden uns der maschinellen Intelligenz zu.

Nun sagen diese entlassenen Arbeiter, dass die Maschinen selbst dazu verwendet wurden, sie als veraltet zu markieren, bevor sich ein einziger menschlicher Manager zu einem schwierigen Gespräch hinsetzte.

Der Fall hängt von einer spezifischen rechtlichen und technischen Frage ab: Inwieweit haftet Meta für die Ausgabe eines