Der neueste Bericht „The State of Enterprise AI“ von OpenAI zeigt, dass die Einführung von KI in Unternehmen zwar boomt, die tatsächliche Zeitersparnis für die meisten Arbeitnehmer jedoch bescheiden bleibt. Der Bericht analysiert Daten von über 1 Million Geschäftskunden und eine Umfrage unter 9.000 Mitarbeitern und zeigt, dass durchschnittliche ChatGPT Enterprise-Benutzer etwa 40 bis 60 Minuten pro Arbeitstag sparen. Diese Erkenntnis stellt die weit verbreitete Erwartung dramatischer Produktivitätssteigerungen durch die KI-Implementierung in Frage.
Die KI-Nutzung nimmt zu, aber die Zuwächse sind nicht einheitlich
Der Bericht bestätigt einen starken Anstieg der KI-Integration in Unternehmen. Die wöchentlichen ChatGPT Enterprise-Nachrichten haben sich im Jahresvergleich verachtfacht, und die Nutzung benutzerdefinierter GPT-Workflows hat sich um das Neunzehnfache erhöht. Unternehmen geben außerdem immer komplexere Eingabeaufforderungen aus, was zu einem 320-fachen Anstieg der Nutzung von Reasoning-Tokens führt. Diese Kennzahlen führen jedoch nicht linear zu einer signifikanten Zeitersparnis für den durchschnittlichen Mitarbeiter.
Mitarbeiter berichten von einer schnelleren Erledigung spezifischer Aufgaben wie IT-Fehlerbehebung, Erstellung von Marketingkampagnen und Codeoptimierung. Dennoch liegt der kumulierte Tagessatz bei rund einer Stunde, was in einem typischen Arbeitsplan relativ gering ist.
Eine wachsende Kluft zwischen intensiven und gelegentlichen KI-Nutzern
Die Daten von OpenAI verdeutlichen eine wachsende Kluft zwischen „Frontier“-Benutzern – denjenigen, die zu den höchsten 5 % der KI-Einführungsintensität gehören – und dem durchschnittlichen Arbeitnehmer. Frontier-Mitarbeiter versenden sechsmal mehr Nachrichten und berichten von einer Einsparung von über 10 Stunden pro Woche. Diese Vielnutzer integrieren KI tief in ihre Arbeitsabläufe, automatisieren Routineaufgaben und betrachten das Tool als konsistenten Assistenten und nicht als gelegentliche Hilfe.
Obwohl selbst diese Power-User einen Gewinn von etwa 2 Stunden pro Tag verzeichnen, zeigt dies, dass erhebliche Vorteile bewusste Prozessänderungen und eine hochintensive Nutzung erfordern. Der Bericht stellt dies eher als eine frühe Momentaufnahme denn als endgültige Schlussfolgerung dar und legt nahe, dass künftige Produktivitätssteigerungen mehr von organisatorischen Umstrukturierungen als vom KI-Modell selbst abhängen werden.
Fazit: KI ist nützlich, aber noch nicht transformativ
Für die meisten Arbeitnehmer bleibt KI eher ein ergänzendes Werkzeug als eine bahnbrechende Kraft. Es beschleunigt Aufgaben und reduziert Langeweile, aber die typische Zeitersparnis von weniger als einer Stunde pro Tag lässt darauf schließen, dass die Technologie leistungsstark, aber dennoch eingeschränkt ist. Die entscheidende Frage ist nun, ob diese Zahlen weiter steigen werden oder ob dies nahe am maximalen realistischen Nutzen aktueller KI-Tools liegt.
