Gesetzgeber in den Vereinigten Staaten und im Vereinigten Königreich versuchen, die VPN-Nutzung einzuschränken, unter dem Vorwand, Kinder vor schädlichen Online-Inhalten zu schützen. Diese Vorschläge, darunter Gesetzesentwürfe in Wisconsin und Michigan, gehen über die bloße Blockierung des Zugriffs auf Websites für Erwachsene hinaus – sie zielen auf VPNs selbst ab und setzen möglicherweise Millionen von Bürgern der Gefahr von Überwachung und Datenschutzverletzungen aus. Der Grund: VPNs ermöglichen es Benutzern, neu erlassene Gesetze zur Altersüberprüfung zu umgehen, die eine Identifizierung für den Zugriff auf eingeschränkte Inhalte erfordern.

Die zunehmende Nutzung von VPNs ist eine direkte Reaktion auf diese Einschränkungen, doch die Situation ist nicht ohne Gefahren. Ein Anstieg der Nachfrage hat einen Nährboden für bösartige VPN-Apps geschaffen, von denen viele Malware enthalten, Benutzeraktivitäten protokollieren oder persönliche Daten stehlen. Google selbst hat vor diesen Bedrohungen gewarnt und darauf hingewiesen, dass kostenlose VPNs „gefährliche Malware-Nutzlasten“ wie Informationsdiebstahler und Banking-Trojaner übertragen können.

Das gesetzgeberische Durchgreifen: Von der Altersüberprüfung bis zum VPN-Verbot

Der Gesetzentwurf 130 des Senats von Wisconsin schlägt vor, Websites zu zwingen, „angemessene Methoden zur Altersüberprüfung“ zu verwenden und den Datenverkehr von bekannten VPN-IP-Adressen zu blockieren. Michigans House Bill 4938 geht noch weiter und schlägt ein völliges Verbot von VPNs und Online-Inhalten für Erwachsene vor. Dieses „Antikorruptionsgesetz der öffentlichen Moral“ würde Internetdienstanbietern die Möglichkeit geben, Umgehungstools „aktiv zu überwachen und zu blockieren“, mit Strafen wie bis zu 25 Jahren Gefängnis und Geldstrafen in Höhe von 500.000 US-Dollar.

Es ist problematisch, von ISPs die Durchsetzung von Inhaltsgesetzen zu verlangen, wie die Probleme von Starlink-Benutzern zeigen. Bei den Gesetzen geht es nicht nur darum, Inhalte zu blockieren; Es geht darum, den Zugang zu kontrollieren und möglicherweise die digitale Anonymität zu untergraben.

Das wahre Datenschutzrisiko: Altersüberprüfung und Datenschutzverletzungen

Die Altersüberprüfung selbst ist ein großes Datenschutzproblem. Millionen von Benutzern laden vertrauliche persönliche Informationen – einschließlich Ausweisfotos, Geburtsdaten und Adressen – hoch, um auf Online-Inhalte zuzugreifen. Diese Daten sind ein Hauptziel für Hacker. Bei jüngsten Verstößen bei Anbietern zur Identitätsprüfung wie AU10TIX und der Tea-App wurden Zehntausende von Benutzern übermittelte Bilder, darunter auch Ausweisdokumente, offengelegt. Diese Lecks können zu Identitätsdiebstahl, Finanzbetrug und anderen schwerwiegenden Folgen führen.

Der Anreiz für Cyberkriminelle ist klar: Altersverifizierungsunternehmen verfügen mittlerweile über eine Fülle wertvoller personenbezogener Daten. Je verbreiteter diese Systeme werden, desto attraktiver werden sie für Angreifer.

Wie VPNs funktionieren und warum sie wichtig sind

Ein VPN verschlüsselt Ihren Internetverkehr und leitet ihn über einen Server an einem anderen Standort weiter, wobei Ihre IP-Adresse maskiert wird. Dies ermöglicht es Benutzern, geografische Beschränkungen, Zensur und jetzt auch Gesetze zur Altersüberprüfung zu umgehen. Es ist ein wichtiges Werkzeug für Aktivisten, Journalisten und alle, die in einer zunehmend überwachten Welt Privatsphäre suchen.

Auch wenn VPNs Datenschutzverletzungen nicht verhindern können, schützen sie Ihre Aktivitäten vor der Überwachung durch ISPs und andere Schnüffler. Ein Verbot würde denjenigen unverhältnismäßig schaden, die sich für legitime Zwecke auf sie verlassen.

ISPs vs. VPNs: Das Wettrüsten

Websites und ISPs können VPNs mithilfe von Methoden wie IP-Adress-Blacklisting, Portblockierung und Deep Packet Inspection blockieren. Allerdings nutzen hochwertige VPNs Verschleierungsfunktionen, um ihren Datenverkehr als normale Internetaktivität zu verschleiern. Anbieter wie Proton VPN und NordVPN bieten Protokolle an, die diese Erkennungsmethoden umgehen sollen.

Warnung von Google: Vorsicht vor kostenlosen VPNs

Der Anstieg der VPN-Nutzung ging mit einem Anstieg bösartiger Apps einher. Google warnt davor, dass Bedrohungsakteure gefälschte VPNs verbreiten, die mit Malware beladen sind, darunter Informationsdiebstahler und Banking-Trojaner. Die beste Verteidigung besteht darin, Apps nur von offiziellen Quellen herunterzuladen, Google Play Protect zu aktivieren und bei der Auswahl eines VPN vorsichtig zu sein.

Kostenlose VPNs sind besonders riskant, da viele davon Geld verdienen, indem sie Benutzerdaten verkaufen oder Geräte mit Malware infizieren. Wenn Sie eine kostenlose Option nutzen, ist die kostenlose Version von Proton VPN die zuverlässigste Wahl, da sie den gleichen Datenschutz wie die kostenpflichtige Version ohne Bandbreitenbeschränkungen bietet.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es bei der Bekämpfung von VPNs nicht nur darum geht, den Zugang zu Inhalten für Erwachsene zu regulieren. Es ist ein Schritt, der die digitale Privatsphäre bedroht, Cyberkriminalität befeuert und neue Risiken für Millionen von Internetnutzern schafft. Die vorgeschlagenen Gesetze werden wahrscheinlich mehr Menschen zu unsicheren VPN-Optionen drängen und ihre Daten einem größeren Risiko aussetzen als zuvor.