Perplexity, das KI-Suchunternehmen, hat seinen KI-gestützten Webbrowser Comet kostenlos der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Bisher nur für Abonnenten von Perplexity Max und Pro verfügbar, bietet Comet nun jedem Zugriff auf einen KI-Assistenten, der direkt in das Surfen integriert ist.

Wie sich Comet von herkömmlichen Browsern unterscheidet

Comet ist nicht nur ein weiterer Browser. Es enthält eine integrierte KI, die Fragen zur aktuellen Webseite beantworten und Aktionen darauf ausführen kann. Das bedeutet, dass die KI auf Links klicken, Formulare ausfüllen oder Aufgaben für den Benutzer erledigen kann – eine Funktion, die Perplexity als „Agentenfähigkeiten“ bezeichnet. Frühe Benutzer stellten Fragen, die keine typischen Websuchen waren, was auf eine Veränderung in der Art und Weise hindeutet, wie Menschen online mit Informationen interagieren.

Erweiterung der Fähigkeiten

Aravind Srinivas, CEO von Perplexity, zeigte auf einer Veranstaltung in San Francisco eine Vorschau auf eine mobile Version von Comet und betonte dessen Fähigkeit, Aufgaben autonom zu erledigen. Darüber hinaus erweitert das Unternehmen Comet Plus um neue KI-Assistenten und Publisher-Partnerschaften.

Das KI-Browser-Rennen

Der Schritt von Perplexity erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem andere Technologiegiganten im gleichen Bereich konkurrieren. OpenAI und Anthropic haben bereits Erweiterungen für Chrome veröffentlicht (ChatGPT Search, Claude), während Microsoft den Copilot-Modus in Edge eingeführt hat. Google hat kürzlich Gemini in Chrome für seine AI Pro-Abonnenten eingeführt. Alle diese Tools zielen darauf ab, KI-Unterstützung direkt in das Surferlebnis zu integrieren.

Warum das wichtig ist

Google dominiert derzeit den Browsermarkt mit 72 % weltweitem Anteil. Diese Dominanz ermöglicht es Google, riesige Mengen an Nutzerdaten zu sammeln, die es nutzt, um seine Suchalgorithmen und Werbeeinnahmen zu verbessern. Die Marktposition des Unternehmens ist so stark, dass ein Bundesgericht es als illegales Monopol einstufte. Während das Justizministerium erwog, Google zum Verkauf von Chrome zu zwingen, entschied sich der Richter für alternative Abhilfemaßnahmen.

Die Veröffentlichung von Comet und der breitere Wettbewerb bei KI-Browsern sind mehr als nur ein technischer Wettlauf: Es ist ein Kampf um die Kontrolle darüber, wie Menschen online auf Informationen zugreifen und mit ihnen interagieren.

Was kommt als nächstes?

Gerüchten zufolge entwickelt OpenAI einen eigenen KI-Browser, der wahrscheinlich von seinem Operator-KI-Agenten unterstützt wird. Der Wettbewerb wird wahrscheinlich anhalten, da Unternehmen versuchen, KI stärker in das alltägliche Surfen im Internet zu integrieren.

Die Veröffentlichung von Comet markiert eine neue Stufe in der Entwicklung von Webbrowsern, in der KI keine Ergänzung mehr, sondern eine Kernfunktion ist. Dieser Wandel könnte die Art und Weise, wie wir im Internet suchen, konsumieren und interagieren, grundlegend verändern.