Unabhängig davon, ob Sie über Kopfhörer, Lautsprecher oder im Auto hören, können Sie mit der Entzerrung (EQ) den Klang an Ihre Vorlieben anpassen. Obwohl er Audiogeräte von geringer Qualität nicht auf magische Weise in High-End-Geräte verwandeln kann, kann der EQ das Hörerlebnis erheblich verbessern – oder zumindest verändern.

Bei der Entzerrung wird die Lautstärke verschiedener Frequenzbereiche im Audio angepasst. Dies kann mit Software, Apps oder physischen Steuerungen erfolgen. Das Ziel besteht darin, den Klang „besser“ zu machen, obwohl dies subjektiv ist. EQs unterteilen das hörbare Spektrum in Bänder, die Sie verstärken oder reduzieren können. Viele Geräte verfügen über integrierte EQ-Funktionen und es stehen zahlreiche Optionen von Drittanbietern zur Verfügung.

Die meisten Heim-Audiosysteme und Autoradios verfügen über irgendeine Form von EQ. Android-Geräte verfügen normalerweise über einen integrierten EQ, auf den Sie in den Einstellungen zugreifen können. Apples iOS beschränkt die EQ-Anpassung auf 22 Voreinstellungen innerhalb der Musik-App. Streaming-Dienste und Kopfhörer-Apps bieten eine detailliertere Steuerung, während Videoplattformen wie Netflix diese Funktionen fehlen, sodass für individuellen Sound EQ-Apps von Drittanbietern erforderlich sind.

Die Grundlagen der Schallfrequenzen verstehen

Das menschliche Gehör reicht von etwa 20 bis 20.000 Hertz (Hz). Allerdings lässt das Hörvermögen mit zunehmendem Alter nach, insbesondere bei höheren Frequenzen. Bei den meisten EQs können Sie innerhalb dieser Bereiche Anpassungen vornehmen.

Der Schlüssel liegt darin, die Frequenzen zu verstärken, die Sie betonen möchten, und diejenigen zu reduzieren, die Sie nicht betonen möchten. Allerdings gibt es Grenzen: Eine zu starke Erhöhung der Lautstärke kann zu Verzerrungen führen. Zwei gängige Arten von EQs sind grafische und parametrische. Grafische EQs zeigen Frequenzbänder visuell an, um die Anpassung zu erleichtern, normalerweise mit weniger als 10 Bedienelementen. Parametrische EQs bieten eine präzisere Steuerung, erfordern jedoch mehr technische Kenntnisse. Einfache, auf Schiebereglern basierende EQs ermöglichen grundlegende Anpassungen ohne die Optik oder Präzision fortgeschrittener Modelle.

Aufschlüsselung des Frequenzspektrums

Um die Funktionsweise von EQs besser zu verstehen, finden Sie hier eine Aufschlüsselung des hörbaren Bereichs in sechs Bänder. Ihr EQ verfügt möglicherweise über mehr oder weniger Optionen, aber dies bietet eine solide Grundlage:

  • Subbass (20–60 Hz): Diese Frequenzen werden mehr gefühlt als gehört und erzeugen ein tiefes Grollen. Um diese Geräusche effektiv wiederzugeben, ist häufig ein Subwoofer erforderlich.
  • Bass (60–250 Hz): Dieser Bereich umfasst die Wirkung von Bassdrums, Explosionen und elektrischen Bassinstrumenten. Durch Anheben kann mehr Wärme erzeugt werden, übermäßige Bässe können den Klang jedoch trüben.
  • Untere Mitten (250–500 Hz): Hier gewinnen Gesang, Gitarren und Keyboards an Fülle und Schlagkraft. Durch Anpassen dieses Bereichs kann die Verschmutzung verringert und gleichzeitig die Klarheit verbessert werden.
  • Mitteltonbereich (500–2.000 Hz): Der Kern der meisten Instrumente und Stimmen. Eine leichte Anhebung kann Klavier- und Gitarrentöne hervorheben, während eine Absenkung verhindern kann, dass sie den Gesang übertönen.
  • Obere Mitten (2–4 kHz): Entscheidend für die Klarheit von Dialogen und die Definition von Instrumenten. Eine Verstärkung kann die Sprache schärfer machen, eine Überdosierung kann jedoch zu Härte führen.
  • Höhen/Höhen (4 kHz+): Diese Frequenzen verleihen Klängen wie Becken und hohen Instrumenten Glanz und Leichtigkeit. Zu hohe Höhen können zu Ermüdung führen.

Anpassen Ihres EQ: Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung

Der beste Weg, EQ zu lernen, ist zu experimentieren. Erhöhen Sie zunächst ein Band, bis Sie den Effekt deutlich hören. Nehmen Sie dann kleine Anpassungen vor (2-3 Dezibel) und hören Sie aufmerksam zu. Verwenden Sie eine Vielzahl von Musikstücken, um zu vermeiden, dass Voreinstellungen erstellt werden, die nur auf ein Genre zugeschnitten sind. Voreinstellungen können als Ausgangspunkt hilfreich sein, aber Ihre Ohren sollten Sie letztendlich bei den Anpassungen leiten.

Denken Sie daran: Subtile Änderungen sind oft effektiver als extreme Steigerungen oder Kürzungen. Hören Sie kritisch zu und passen Sie an, bis Sie den gewünschten Klang erreicht haben.

Letztendlich ist EQ ein Werkzeug zur Personalisierung Ihres Hörerlebnisses. Indem Sie das Frequenzspektrum verstehen und mit Anpassungen experimentieren, können Sie den Klang entsprechend Ihren Vorlieben optimieren, unabhängig von der Qualität Ihrer Kopfhörer oder Lautsprecher.