Das Internet durchläuft einen grundlegenden Wandel: Die Zahl der Bots mit künstlicher Intelligenz (KI) nimmt rapide zu und wird bis 2027 wahrscheinlich die Zahl der menschlichen Online-Nutzer übertreffen. Diese Vorhersage stammt von Matthew Prince, CEO von Cloudflare, einem großen Internet-Infrastrukturunternehmen, nachdem in den letzten sechs Monaten ein explosionsartiges Wachstum des KI-gesteuerten Webverkehrs beobachtet wurde.

Der Aufstieg der generativen KI und der Datennachfrage

Die steigende Beliebtheit von KI-Chatbots wie ChatGPT und Gemini treibt diesen Trend voran. Diese Tools erfordern riesige Datenmengen, um zu funktionieren, was zu einem „unstillbaren Bedarf“ an Web-Scraping und -Analyse führt.

Prince schätzt, dass KI-Bots mittlerweile einen erheblichen Teil des gesamten Internetverkehrs erzeugen. Im Gegensatz zu menschlichen Browsing-Mustern besuchen KI-Agenten oft Tausende Male mehr Websites und erledigen dabei selbst einfache Aufgaben – wie die Recherche nach einem Produkt oder die Planung einer Reise. Dieses Verhalten stellt eine beispiellose Belastung für Webserver, Sicherheitssysteme und die zugrunde liegende Infrastruktur dar.

Implikationen für die Zukunft des Internets

Die Auswirkungen sind erheblich. Mit zunehmendem automatisierten Datenverkehr steigt auch das Risiko böswilliger Aktivitäten. Mehr als die Hälfte des aktuellen Webverkehrs ist bereits automatisiert, wobei ein steigender Anteil auf „schlechte Bots“ zurückzuführen ist, die für Spam, DDoS-Angriffe und andere Cyberkriminalität eingesetzt werden.

Das Wachstum der „agentischen KI“, bei der Bots autonom agieren, wird diese Effekte noch verstärken. Um dieser steigenden Nachfrage gerecht zu werden, werden neue Technologien und Infrastrukturverbesserungen unerlässlich sein.

Der aktuelle Trend deutet darauf hin, dass der Internetverkehr weiter zunehmen wird, ohne dass eine Verlangsamung vorhersehbar ist. Die Frage ist nicht, ob KI die Online-Aktivitäten dominieren wird, sondern wie sich das Web an diese Realität anpassen wird.