Google geht mit einer klaren Mission ins Jahr 2026: über die bloße Präsentation von Fähigkeiten der künstlichen Intelligenz hinauszugehen und den alltäglichen Nutzern greifbare Vorteile zu bieten. Nach einem Jahr rasanter KI-Entwicklung im Jahr 2025 – der Einführung von Modellen wie dem Videogenerator Veo 3 und dem Agenten Gemini 3 – legt das Unternehmen nun Wert auf praktische Anwendungen in seinem gesamten Hardware- und Software-Ökosystem. Dieser strategische Wandel signalisiert eine Reifung der KI-Landschaft, in der bloße Neuheit einem nachweisbaren Nutzen Platz macht.

Der Aufstieg des „KI-Dienstprogramms“

Führungskräfte von Google, darunter Sameer Samat, Präsident des Android-Ökosystems, beschreiben diese neue Phase als „KI-Dienstprogramm“ – den Punkt, an dem KI so stark in das tägliche Leben integriert wird, dass sie die Erfahrungen verbessert oder Benutzer dazu bringt, die Plattform zu wechseln. Das Ziel besteht nicht nur darin, mit modernster Technologie zu beeindrucken, sondern auch darin, KI zu einem zentralen Bestandteil der Art und Weise zu machen, wie Menschen mit ihren Geräten interagieren.

Dieser Dreh- und Angelpunkt ist bedeutsam, weil er anerkennt, dass die langfristige Einführung von KI von der Lösung realer Probleme abhängt und nicht nur von der Generierung von Hype.

Praktische Integrationen: Von der Suche bis zu Smart-TVs

Google hat bereits damit begonnen, KI in bestehende Dienste zu integrieren. Ein Paradebeispiel ist die Einführung von Circle to Search im Jahr 2024, das es Benutzern ermöglicht, Objekte in Fotos hervorzuheben und relevante Informationen sofort zu finden. Laut internen Daten von Google haben Android-Spamfilter, die auf KI basieren, unerwünschte Nachrichten im Vergleich zu iOS-Geräten nachweislich um 58 % reduziert. Die Gemini-Integration mit Google Maps ermöglicht eine freihändige Navigationsunterstützung, z. B. beim Auffinden von Parkplätzen oder Restaurants in der Nähe.

Diese Integrationen sind nicht auf Telefone beschränkt. Google erweitert KI-Funktionen auf Smart-TVs, darunter KI-gestützte Empfehlungen, benutzerdefinierte Multimedia-Präsentationen und KI-gestützte Fotobearbeitung. Ziel ist es, passives Fernsehen in ein interaktives Erlebnis zu verwandeln.

Die Zukunft: Agentische KI und darüber hinaus

Die nächste Grenze ist agentische KI, Systeme, die Aufgaben autonom ausführen können. Google glaubt, dass die Technologie kurz davor steht, komplexe Vorgänge wie das Bestellen von Essen oder das Schreiben von Code ohne menschliches Eingreifen zu bewältigen.

Das Unternehmen erwartet die größte Nachfrage nach agentischer KI in Formfaktoren jenseits herkömmlicher Bildschirme: Fahrzeuge, Datenbrillen und andere Freisprechgeräte. Dies deutet auf eine langfristige Vision hin, bei der KI nicht auf Desktops oder Smartphones beschränkt ist, sondern alle Aspekte des Benutzererlebnisses durchdringt.

Warum das wichtig ist

Der Übergang vom KI-Experiment zum Nutzen ist unvermeidlich. Die frühen Stadien der KI-Einführung ähnelten dem frühen Internet – einem Spielplatz für Enthusiasten. Nun setzt Google darauf, dass sich KI zu einem unverzichtbaren Werkzeug entwickeln wird, ähnlich wie die Google-Suche selbst.

„Wir glauben, dass diese Technologie die Menschen von der KI-Neugierde zur KI-Nützlichkeit bewegen kann und das Gefühl vermittelt, dass Android-Geräte hilfreich, unterhaltsam und erfreulich sind.“ – Sameer Samat

Letztlich signalisiert die Strategie von Google einen breiteren Trend: KI reift, und ihr Wert wird nicht an ihren Fähigkeiten gemessen, sondern daran, wie effektiv sie das tägliche Leben verbessert.