Demokratische Senatoren leiten eine Untersuchung zu den zunehmenden Auswirkungen von Rechenzentren auf die Stromkosten der Haushalte ein. Die von den Senatoren Elizabeth Warren, Chris Van Hollen und Richard Blumenthal geleitete Untersuchung zielt auf große Technologieunternehmen – Google, Microsoft, Amazon, Meta – sowie prominente Entwickler von Rechenzentren ab. Die Gesetzgeber fordern Transparenz über den Energieverbrauch, Ausbaupläne und Lobbybemühungen, die die lokalen Vorschriften beeinflussen. Die Antworten müssen bis zum 12. Januar vorliegen.

Die steigenden Stromkosten

Die Untersuchung findet inmitten eines landesweiten Anstiegs der Stromtarife statt, wobei die Rechnungen in diesem Jahr um 13 % gestiegen sind. Während eine alternde Infrastruktur und extreme Wetterbedingungen eine Rolle spielen, ist der schnelle Ausbau von Rechenzentren – angetrieben durch den generativen KI-Boom – ein wesentlicher Treiber. Versorgungsunternehmen geben die gestiegenen Infrastrukturkosten oft an die Verbraucher weiter, wenn sie neue Kraftwerke und Übertragungsleitungen bauen, um der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden. Dadurch entsteht eine Situation, in der Haushalte effektiv den Energiebedarf von Billionen-Dollar-Technologiegiganten subventionieren.

Versteckte Geschäfte und undurchsichtige Praktiken

Die Situation wird durch Geschäfte hinter den Kulissen zwischen Technologieunternehmen und Versorgungsunternehmen erschwert, die oft durch Geheimhaltungsvereinbarungen geschützt sind. Entwickler von Rechenzentren vermeiden es häufig, die Identität der Mieter offenzulegen, was es schwierig macht, die tatsächliche finanzielle Belastung der Verbraucher einzuschätzen. Dieser Mangel an Transparenz gibt Anlass zur Sorge, dass Privatkunden möglicherweise die Rechnung für Energieprojekte tragen müssen, die zur Versorgung dieser Einrichtungen initiiert wurden, selbst wenn sich der KI-Markt abkühlt.

Wachsende Nachfrage, ungewisse Auswirkungen

Auf Rechenzentren entfallen derzeit über 4 % des US-Stromverbrauchs, ein Wert, der bis 2028 voraussichtlich auf 12 % steigen wird. Die zunehmende Komplexität von KI-Aufgaben verschärft den Energiebedarf zusätzlich. Einige argumentieren, dass eine erhöhte Nachfrage die durchschnittlichen Einzelhandelspreise senken kann, indem die Kosten gestreut werden. Dieser Trend kommt jedoch überproportional großen Nicht-Privatkunden wie den Technologieunternehmen selbst zugute. Die langfristigen Auswirkungen auf die Wohnimmobilienpreise bleiben unklar, da die aktuellen Daten nur den Zeitraum 2019–2024 abdecken und ein stärkerer Nachfrageanstieg dieses Muster stören könnte.

Der Brief des Senators versucht, die Zusammenhänge zwischen Unternehmensexpansion, Versorgungspreisen und Verbraucherkosten aufzudecken. Diese Untersuchung beleuchtet eine entscheidende Frage: Wer zahlt letztendlich den Preis für den Fortschritt, wenn die digitale Infrastruktur wächst?