Apples neuestes 14-Zoll MacBook Pro mit M5-Chip kommt nicht mit einem Redesign, sondern als direkte Iteration des 2024er Modells. Die Hardware bleibt identisch, aber der aktualisierte Prozessor führt zu Leistungsverbesserungen, vor allem bei GPU-intensiven Aufgaben wie der KI-gesteuerten Bilderzeugung und Raytracing-Grafiken. Auch wenn die Vorteile real sind, stellen sie doch keinen Paradigmenwechsel dar und lassen Käufer mit der praktischen Frage zurück: Lohnt sich das Upgrade?
Was gibt es Neues unter der Haube?
Der M5-Chip liefert messbare Verbesserungen in bestimmten Bereichen. Die GPU-Leistung wird deutlich verbessert, insbesondere in Anwendungen, die On-Chip-Verarbeitung für KI und Raytracing nutzen. Dies bedeutet schnellere Renderzeiten für 3D-Designer und geringfügig bessere Bildraten bei grafisch anspruchsvollen Spielen. Die Verbesserung ist jedoch nicht universell. Die Gaming-Leistung ist zwar besser, hebt das MacBook Pro jedoch nicht in den Bereich der High-End-Gaming-Laptops. Die Vorteile sind inkrementell und bringen ein passables Erlebnis näher an ein solides Erlebnis heran, verändern es jedoch nicht grundlegend.
Leistungskompromisse und Wahlmöglichkeiten
Apple bietet eine verwirrende Auswahl. Das M5-Modell behält die ältere Thunderbolt 4-Konnektivität und die eingeschränkte Unterstützung externer Monitore (maximal zwei). Der Umstieg auf das M4 Pro oder Max bietet Thunderbolt 5 und Unterstützung für bis zu vier Displays, was es möglicherweise zu einer zukunftssichereren Investition macht. Interessanterweise entspricht das Basismodell M4 Pro preislich der Top-M5-Konfiguration (1.999 US-Dollar) und bietet mit nur geringfügigen Ausnahmen eine bessere Gesamtleistung. Dies deutet darauf hin, dass das M4 Pro für viele Benutzer einen überlegenen Wert darstellt.
Der M5 glänzt bei Workloads, die seine verbesserte GPU voll ausnutzen, wie zum Beispiel Echtzeit-Rendering im 3D-Design. Bei Aufgaben, bei denen die Anzahl der Kerne wichtiger ist als die Geschwindigkeit einzelner Kerne, verringert sich der Vorteil jedoch. Ein Prozessor mit mehr Kernen, auch wenn er einzeln langsamer ist, kann in bestimmten Szenarien den M5 übertreffen.
Der Gaming Reality Check
Trotz einer 50-prozentigen Verbesserung des Raytracing-Durchsatzes hat die 10-Kern-GPU des M5 Schwierigkeiten, die verbesserten Raytracing-Funktionen voll auszunutzen. Spiele wie Cyberpunk 2077, einer der wenigen Mac-Titel mit Raytracing, sehen nur einen minimalen praktischen Nutzen. Die Aktivierung von Raytracing verlangsamt die Leistung erheblich, ohne die visuelle Wiedergabetreue wesentlich zu verbessern. Die Vorteile des M5 machen sich am deutlichsten bei weniger anspruchsvollen Titeln wie Hades 2 bemerkbar, wo das Upgrade für ein flüssigeres Spielerlebnis sorgt.
KI und Akkulaufzeit: Lichtblicke
Der M5 zeichnet sich durch KI-beschleunigte Aufgaben aus. Die Bilderzeugung ist nachweislich schneller dank der Integration neuronaler Beschleuniger in jedem GPU-Kern. Auch der M5 bleibt Apples Ruf für hervorragende Akkulaufzeiten treu, wobei das M4-Modell bereits bis zu 22 Stunden mit einer einzigen Ladung erreicht. Der M5 setzt diesen Trend fort und führt selbst GPU-intensive Benchmarks problemlos im Akkubetrieb durch.
Das Urteil: Mit Bedacht upgraden
Das M5 MacBook Pro 14 ist eine Weiterentwicklung, keine Revolution. Wenn Sie bereits ein aktuelles MacBook Pro besitzen, besteht kein dringender Bedarf für ein Upgrade. Wenn Sie von einem älteren Modell wechseln, wird der M5 zweifellos eine bessere Leistung liefern, aber die Vorteile rechtfertigen möglicherweise nicht die Kosten für alle Benutzer.
Der M4 Pro ist preislich mit dem M5 konkurrenzfähig und bietet eine potenziell ausgewogenere und zukunftssicherere Option. Letztendlich hängt die beste Wahl von Ihrem Arbeitsablauf ab. Für diejenigen, die viel in KI oder Raytracing-intensive Aufgaben investieren, ist der M5 ein lohnendes Upgrade. Für alle anderen könnte es klüger sein, auf leistungsstärkere Varianten (M5 Pro oder Max) zu warten oder beim Verkauf die Vorjahresmodelle in Betracht zu ziehen.

























